Foto eines Feldwegs in Ostpreußen

Aus dem ursprünglichen Manuskript
Hörprobe 1
Hörprobe 2
Hörprobe 3
Hörprobe 4
Hörprobe 5
Hörprobe 6
Hörprobe 7
Hörprobe 8
Hörprobe 9

Leseprobe Anfang





Aus der überarbeiteten Fassung
Leseprobe Anfang

Wer weiß, wenn er die Tür hinter sich ins Schloß drückt, als was er zurückkehrt. Eine Hand greift ihn zwischen Heut und Morgen, dreht ihn vom Wege, daß er zu neuen Zielen eilends davonrennt, als müßte er einholen, wovon er gestern noch nichts gewußt.
Rheticus war wie im Fieber. Er saß im obersten Stockwerk, hatte neue Bogen genommen, auf den ersten mit schwungvollen Schnörkeln geschrieben:
‚Borussiae Encomium - Loblied auf Preußen’, ihn jedoch beiseitegelegt, die nächsten Kapitel der ‚Narratio’ zu konzipieren. Jagte dazwischen durch herrlich klare Spätsommertage, saß am Rain, machte sich Anmerkungen, setzte das Datum: ‚Lubaviae, 3. Septembris 39’, und begann in raschen Zügen zu schreiben. Das wurde fürwahr ein Lobgesang auf Preußen.

Sie standen auf einer Höhe zwischen den Pferden. Mit roten Segeln unten das Haff, der schmale Streifen der Ostsee. Große Wolken segelten träge.
„Heute sind wir auf der Frauenburg“, sagte Christiane.
„Ihr liebt sie sehr.“
Sie legte ihm heftig die Hand auf den Arm.
„Seht die Weite! Das Wasser, die Hügel; so weit Ihr seht, kaum ein Ende! Das - ist Frauenburg. Ich leide keine Enge. Ich reiße an ihr, bis sie zerbricht. Die Mutter mußte mich auf die Frauenburg schicken zu Ohm Niklas; es konnte mich keiner zwingen zu Hause. Der gab mir die Geeschke, ließ mich tun, was ich wollte; zeigte mir die Sterne, und das war noch viel weiter und größer als alles andere - und jetzt reite ich wieder“, brach sie ab.